Mittwoch, 16. Dezember 2009

Banshee

Geoutet habe ich mich ja schon im Vorjahr - als SNS.
In der Zwischenzeit war ich nicht untätig, hab' experimentiert, bin hinter Formen hergejagt und kenne das Öl-Angebot aller Märkte mittlerweile recht gut;-)

So richtig bricht das Seifen-Fieber bei mir aber immer erst im Oktober aus, wenn im Garten das Gröbste geschafft und der Vorratskeller voll ist.
Der Reihe nach möchte ich euch in der nächsten Zeit wieder einmal ein paar meiner Werke vorstellen.

Banshee

Banshee, wie diese Massageseife heißt, dient zur Verbesserung des Hautbildes. Sie enthält Tapiokaperlen, die beim Einseifen einen leichten Massageeffekt ergeben.

Grüne Heilerde, Rosmarinöl zur Durchblutungsförderung und die Wirkstoffe von Brennnessel und Zitronenverbene sollen ebenfalls zur Verbesserung des Hautbildes beitragen.
Die Stücke sind allesamt eher groß, sodass man beim kräftigen Einseifen auch was in der Hand hat.

PS: Vielleicht fragen sich einige, wie ich auf diesen sonderbaren Namen gekommen bin? Letzten Winter habe ich den gesamten Darkover-Zyklus von Marion Zimmer-Bradley gelesen.
"Banshees" sind die meistgefürchteten Tiere auf Darkover, sie fressen alles, was ihnen in die Quere kommt. Nun ja, vielleicht frisst mein "Banshee" ja abgestorbene Hautzellen...


Freitag, 11. Dezember 2009

Teneriffa 1 - So viel Schönes, so nahe

Zwei Wochen waren wir auf Teneriffa, und ich muss sagen: Viel zu kurz!
Diese Insel bietet eine unglaubliche Vielfalt auf engem Raum. Kaum biegt man "um's Eck", scheint alles anders: Landschaft, Klima, Pflanzen.

Heute will ich aber nicht "in die Ferne schweifen", sondern ein paar Eindrücke aus "unserer" Ferienanlage zeigen. Wo wir genächtigt haben, seht ihr ja im letzten Blogeintrag: Ein richtiger Turm, schön rund, wie es sich für einen Turm gehört, mit eigener Terrasse und einer Dachterrasse. Ein herrlicher Ausblick!

Im Rücken immer der Teide, der höchsten Berg Spaniens, hier knapp vor Sonnenuntergang schon in warme Rot-Töne getaucht.

Das ständige Rascheln neben unserer Terrasse verursachten diese netten Gesellen:

Zwei unterschiedliche Arten trieben sich dort herum:

Beide gleich neugierig - oder vielleicht nur gierig auf die Brösel unserer Frühstücksbrötchen?

Jedenfalls war es sehr entspannend, die Eidechsen zu beobachten - ihr zaghaftes Anpirschen, ihre Manöver, um sich die größten Brösel zu schnappen, ihr unglaubliches Tempo und ihre aufmerksamen Augen, denen nicht die kleinste Regung entgeht.

Aber auch sonst gab es rund um "unseren" Torré Vieles zu bestaunen.
Zwar gibt es im November nicht so viele Blüten zu sehen, aber das macht gar nichts. Die Eindrücke waren so neu und so vielfältig, dass ich nicht das Gefühl hatte, es würde auch nur das Geringste fehlen.

Einige Blüten ließen sich dennoch blicken.

Die erste Urlaubswoche war trocken und sonnig, dazwischen ab und zu mal ein paar Wölkchen. In der zweiten Urlaubswoche gab es auf Teneriffa ein großes Unwetter, angeblich das heftigste seit 40 Jahren. Es regnete zwei Nächte und einen Tag durch. Danach überraschte uns die Weidenblättrige Kugelblume (Globularia salicina) - die Sträucher standen ebenfalls in der Ferienanlage - plötzlich mit diesen blauen Knospen.

Ein wenig später und ein paar Sonnenstrahlen mehr und es zeigten sich die wunderhübschen Blüten dieser Sträucher.

Sofort waren auch Bienen und Schmetterlinge unterwegs, die sich zuvor nur selten blicken ließen.

Viele endemische Arten sind im großen Garten der Ferienanlage zu bestaunen. Leider konnte ich mir nur von ganz wenigen die Namen merken, obwohl sich der nette Besitzer schon am ersten Tag viel Mühe mit mir gab und die botanischen Bezeichnungen nur so aus ihm heraussprudelten.

Da hilft nur eines: Wieder hinfahren!

Was es so außerhalb der Ferienfinca zu sehen gibt, das zeige ich euch in den kommenden Beiträgen.

Freitag, 27. November 2009

Wieder da

Vor fast einer Woche sind wir wieder in heimischen Gefilden gelandet.

Die "Landung" war recht sanft. Der November zeigte sich in dieser Woche ungewöhnlich warm und sonnig. Ausführlichere Reiseberichte und Fotos wird es ab der nächsten Woche geben. In der ersten Woche musste ich erst mal wieder ankommen und den Wäscheberg bewältigen. Wie kann man nur in zwei Wochen so viel Kleidung benötigen?

Ein kleiner Vorgeschmack aber dennoch:

Hier haben wir genächtigt.

Na, kommt das einigen unter euch vielleicht bekannt vor?

Abends konnten wir traumhafte Sonnenuntergänge auf unserer Terrasse genießen.

Und dieser mächtige Vulkan war ein ständiger optischer Begleiter.

Mehr Eindrücke nächste Woche.

Freitag, 06. November 2009

Auf in hellere Gefilde

Draußen herrscht typisches Novemberwetter: kalt, grau, nass.

Zeit aufzubrechen und sich ein wenig Wärme und Sonne abzuholen
für den langen Winter.

Der Garten ist eingewintert, die Koffer sind gepackt,
die Vorfreude schon lange groß.

Morgen in aller Frühe geht's los.
Für zwei Wochen wird es hier still werden.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit,
genießt die ruhige Zeit vor dem Weihnachtsrummel.

Liebe Grüße an alle (Blog-)FreundInnen,
Margit

Dienstag, 27. Oktober 2009

Gärtnern ist keine Idylle

Welcher Schwächling muss dran glauben?

Zu meiner Frühstückslektüre gehört neben einer aktuellen Tageszeitung das österreichische Nachrichtenmagazin "Profil". Überraschenderweise stieß ich in einem Interview mit dem Regisseur Lars von Trier auf das Thema Garten:

profil: Sie beschäftigen sich privat viel mit Ihrem Garten, aber ich habe den Verdacht, dass das für Sie auch kein Idyll ist.

Lars von Trier: Man denkt immer, Gärtnern sei so erholsam. Aber was man wirklich tut: Man ist eine Art Hitler im eigenen Garten. Erst räumt man alles weg, dann pflanzt man Samen, und wann immer ein Halm kommt, entscheidet man, welche Rasse man züchtet. Wenn etwas wächst, bringt man zuerst die Schwachen um. Und am Ende bringt man alle um - und isst sie.
(profil, Nr. 44, 40. Jg., 23. Oktober 2009)


Eigentlich wollte ich ja jetzt in den Garten - aber nun bin ich unsicher, ob ich dieses Schlachtfeld noch guten Gewissens betreten kann;-)

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Sitzplatz im Kräutergarten

Im sogenannten Kräutergarten dachte ich anfangs, alle Kräuter unterbringen zu können. Da hatte ich meine Leidenschaft für Kräuter schwerstens unterschätzt. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben.

Nach einem Jahr gestaltete ich das kleine Fleckchen radikal um und gönnte uns einen kleinen Sitzplatz dort.

Der Kräutergarten ist nach Süden ausgerichtet, die Wand dahinter speichert die Wärme recht gut. Deswegen genießen wir hier gerne die ersten warmen Stunden nach dem Winter oder die letzte Abendwärme.

Im Frühling wirkt alles noch recht übersichtlich.

Im Mai beginnen die Rosen im Kräutergarten zu blühen. Die Rugosa-Rose Moje Hammarberg direkt vor den beiden Stühlen gewinnt jedes Jahr das Rennen um die erste geöffnete Blüte.

Dann bietet sich einem dieser Blick: Die ersten Rosenblüten direkt vor der Nase zum ausgiebigen Beschnüffeln, begleitet von unzähligen Knospen der The Fairy links davon, die etwas später mit der Blüte beginnt, dann aber bis zum Frost durchblüht. Und im Hintergrund passen schon die Lavendelknospen auf den richtigen Zeitpunkt.

Kurze Zeit später sitzt man dann für ungefähr einen Monat zwischen Rosen-Blütenwolken. Abgesehen von der Donau im Rücken schieben alle Rosen immer wieder Blüten nach.

Dann beginnen die Lavendel mit ihrer langen Blütezeit und die direkte Sicht vom Sitzplatz aus verändert sich - links The Fairy, dahinter die Lavendelblüten in Blau und Weiß. Rechts neben den Stühlen schieben sich die zartgelben Blüten des Griechischen Bergtees noch ins Bild. Wieder sitzt man schnuppernd auf dem kleinen Platz. Da bei uns stets ein leichtes Lüftchen weht, dominiert einen Monat lang der Lavendel das Duftgeschehen.

Nur kurze Zeit später beginnen die Echinaceen mit ihrer Blüte. Dazwischen schieben sich immer irgendwo Blüten oder Samenstände des Mutterkrauts hoch. Die Königskerzen, Verbascum chaixii Sixteen Candles, inzwischen auch über einen Meter hoch, stehen schon in den Startlöchern.

Langsam wird's immer enger im Kräutergarten. Wer nicht weiß, wo der Zugang zu den Stühlen verläuft, tut sich schon schwer, ihn zu finden. Die Nachtkerzen beginnen mit ihrem allabendlichen Spektakel. Man sollte sich die Zeit nehmen, das langsame Öffnen ihrer Blüten zu beobachten. Nach dem Öffnen verströmen sie einen betörenden Duft.

Links von den Stühlen wird's auch immer dschungeliger. Dort wachsen Weinraute, Wermut, Echinaceen, Bilsenkraut, Verbena hastata, Rosmarin, Rainfarn und andere Pflanzen recht unkontrolliert in die Höhe und Breite.
Ach ja, hier zwischen Herzgespann (links), das um die zwei Meter hoch ist und ein toller Insektenmagnet ist, und Beifuß (recht), der noch höher wird, verläuft ein kleiner Trampelpfad. Doch den muss ich im Laufe der Sommers mehrmals freischneiden.

Hier geht gar nichts mehr. Der Nordische Stechapfel, Datura stramonium, hat sich zwischen den Trittplatten ausgesät und darf bleiben. Bis zum Oktober wird er eine stattliche Höhe und Breite erreicht haben.

Wie gut, dass der Duft-Sitzplatz auf mehreren schmalen Pfaden erreichbar ist.

Freitag, 16. Oktober 2009

Das Wort zum kalten Wochenende

Man suche angenehme Gesellschaft.

Erkunde das Gegenüber auf's Genaueste - Abchecken, heißt das heutzutage.

Wenn die vertrauensbildenden Phase einen guten Verlauf nimmt, suche man die kuschelige Wärme des Gegenübers ...

... und gehe auf Tuchfühlung.

Bei so viel Kälte gleite man nahtlos in die heiße, exzessive Phase über. (Anmerkung: Ich weiß jetzt, wo das Wort 'Schneckentempo' wirklich herkommt - die "heiße Phase" hat sich über den ganzen Nachmittag gezogen.) Da ja Wochenende ist, genieße man diese ausgiebig.

Und dann?

Jeder ziehe wieder seiner Wege.

Oder auch nicht.