Dienstag, 2. Oktober 2007

Chili-Verarbeitung

Sehr oft bekomme ich die Frage zu hören, "Was machst du denn mit den vielen Chilis?". Ehrlich: Manchmal frage ich mich das selber auch...
Nichts desto trotz hatte ich nie zuviele Chilis. Alle haben bisher immer eine sinnvolle Verwendung gefunden.


Einen Teil der Chilis lege ich jedes Jahr zusammen mit vielen Kräutern ein:

Eingelegte Chilis

Zutaten: Chilis, Weißweinessig, Wasser, Salz, Pfefferkörner, Senfkörner, Lorbeerblätter, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut
Zubereitung:
Chilis waschen, abtrocknen lassen und rundherum mit einem Zahnstocher einige Löcher einstechen.
Essiglösung zubereiten: 1,2 l Essig, 1 l Wasser, 45 g Meersalz, einige Senf- und Pfefferkörner sowie einige Lorbeerblätter in einen Kochtopf geben. Das Ganze nur kurz aufkochen, damit der Säuregehalt erhalten bleibt.
Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel für ca. 10 Minuten seitlich in einen großen Topf mit kochendem Wasser legen.
Inzwischen die frischen Kräuter waschen und trocken schleudern.
Gläser befüllen: Bunt gemischt Chilischoten, Senfkörner, Pfefferkörner, Lorbeerblätter, Thymian, Bohnenkraut und Rosmarin in die Gläser geben. Mit dem heißen Essig aufgießen, bis die Gläser voll sind. Luftbläschen entweichen lassen. Dann fest verschrauben.
Vor dem Verzehr sollten die Chilis mindestens vier Wochen in der Essiglösung ziehen.

Mit dieser Konservierungsmethode bleiben die Chilischoten recht knackig, auch die unterschiedlichen Farben bleiben erhalten. Sie schmecken uns so viel besser als mit anderen ebenfalls ausprobierten Methoden, bei denen die fertig befüllten und verschraubten Gläser noch im Backrohr sterilisiert werden.
Die Haltbarkeit beträgt mindestens zwei Jahre. Ich hab extra mal zwei Gläser aufgehoben, um das zu prüfen.

Thai Pepper

Zerkleinerte Chilis in Öl

Eine recht schnelle Methode Chilis haltbar und vielseitig verwendbar zu machen, ist zerkleinern und in Öl aufbewahren.



Dazu gebe ich Chilis in so eine kleine Küchenmaschine mit Drehmessern, wo sie fein gehackt werden. Ich püriere sie nicht, sondern verwende sie, wenn noch ganz kleine Stückchen sichtbar sind.

Diese breiige Masse fülle ich in kleine Schraubgläser und übergieße sie mit Sonnenblumenöl, bis das Glas voll ist. Ein paar Mal muss man nachgießen, weil das Öl langsam durch die Masse nach unten vordringt.

Wenn das Glas voll und die Chilimasse schön bedeckt ist, wird es verschraubt und kommt in den Keller.
Ein einmal geöffnetes Glas bewahre ich immer im Kühlschrank auf.

Diese Chilipaste verwende ich zum Würzen für Soßen, für Wok-Gerichte und vieles mehr. Äußerst praktisch.

Ebenso lassen sich die zerkleinerten Chilis in kleinen Dosen einfrieren und bei Bedarf mit einem kleinen Löffel aus der Dose kratzen.

Einfrieren

Einige Chilis friere ich auch ein. Entweder in Scheiben geschnitten, halbiert oder ganz lege ich sie auf eine Platte, damit sie nicht zusammenfrieren. Sind sie erst einmal gefroren, landen sie dann zusammen in einer Dose und harren ihrer Bestimmung auf einer Pizza.

Black Namaqualand

Grillen


Im Sommer zur Grillzeit ist der Chilibedarf recht hoch und die Verarbeitung recht einfach: Chilis von der Pflanze pflücken und ab auf den Griller damit. Und schon ist eine (je nach Schärfegrad) scharfe, jedenfalls schmackhafte Beilage fertig.

Trocknen

Am einfachsten ist es, Chilis zu trocknen. Dazu fädle ich sie mit einer Nadel auf einen starken Faden, unten dran ein Zetterl mit der Sortenbezeichnung. Am oberen Rand des Esszimmerfensters ist eine Schnur quer gespannt, an der ich im Lauf der Erntezeit die aufgefädelten Chilis anknüpfe und zum Trocknen einfach hängen lasse. So entsteht über die Sommermonate ein recht hübscher, bunter Chili-Vorhang. Das Fenster sollte aber unbedingt genug Sonne abbekommen, damit die Chilis auch richtig trocken werden.

Die getrockneten Chilis kommen dann in Gläser zur Aufbewahrung und mein Schatz mörsert nach Bedarf daraus Pulver - immer nur so viel, wie wir gerade zum Kochen brauchen. Denn frisch gemörsert ist es am besten.


Fish Pepper

Viele Chilis wandern aber auch aus zu Freunden: Die eingelegten Chilis sind nette, hübsch aussehende Geschenke. Schön zum Verschenken sind auch verschiedenfarbige aufgefädelte und getrocknete Chilis. Und manche "scharfe" Freunde lassen sich auch gerne mit frischen Chilis beglücken, wenn sie zu Besuch sind.
Gut geeignet als kleines Mitbringsel sind auch aromatisierte Öle. Dazu einfach ein paar getrocknete Chilis in Olivenöl geben, ev. noch Kräuter dazu und schon hat man ein nettes Geschenk. Die Öle lassen sich sehr vielfältig in der Küche verwenden.

Das waren natürlich nur ein paar Vorschläge, was sich mit vielen Chilis alles anstellen lässt. Es gibt noch unzählige leckere Dinge mehr, für die Chilis sich gut verwenden lassen.

Madame Jeanette

Ein Hinweis noch zum Schluss: Beim Verarbeiten von Chilis ist Vorsicht angebracht. Es kommt sehr schnell zur Reizung der Schleimhäute, wenn man zuviel davon einatmet. Gut bewährt hat sich zum Schutz der Augen das Tragen einer Brille bei der Verarbeitung. Auch sollte man unbedingt mehrmals mit Seife gut die Finger waschen, ehe man sich damit irgendwohin greift...

Kommentare:

Britta hat gesagt…

Wow, was eine Menge von verschiedenen Chilis. Toll, was Du so alles in Deinem Gemüsegarten hast, ich werd ganz neidisch. Wir haben unsere Chilis dieses Jahr in Öl eingelegt, das wir zum Anbraten von Fleisch benutzen. Gibt so eine besondere, geschmackliche Note, finde ich und außerdem sieht es pfiffig aus, wenn die Chilis in der Flasche sind. Zusätzlich mache ich immer eineige Flaschen mehr, damit ich welche zum verschenken an gute Freunde habe.

Wünsche dir nocheine schöne Restwoche, liebe Grüße, Britta

HaBseligkeiten hat gesagt…

..das sieht bei Dir aus wie im Schlaraffenland, jeder Feuerspucker hatte seine wahre Freude daran. Besonders das Foto mit den Chilies am Fenster finde ich klasse.
Ich kenn mich ja nicht so gut aus mit Chili-Sorten, bin schon froh wenn ich zum Kochen eine auf dem Markt ergattere. Gibt es wirklich Sorten mit unterschiedlichen Schärfegraden, bisher hab ich gedacht die Schärfe bestimmen nur die Kerne und die inneren Hautadern ??
Liebe Grüße
Heidi

Helens Blog hat gesagt…

Hallo Margit,

das ist ja ein Wahnsinn, so viele
verschiedene Sorten!
Danke dir das du uns an deiner Ernte
teilhaben lässt

Wünsche dir noch eine schöne Woche
Helen

SchneiderHein hat gesagt…

Hier muss ich wohl meinen Chefkoch mal vorbeischicken. Obwohl ich es ja garnicht so scharf mag - vielleicht inspirierst Du ihn dann ja viel zu sehr...
Liebe Grüße Silke

Brigitte hat gesagt…

Liebe Margit,

als Verfechter scharfen Essens ist das ja ein richtiges Fundstück für mich!

Im November wartet bereits meine Schwägerin auf mich. Sie kauft auf dem Markt immer Chili ein, trocknet es und macht dann unter extremen Bedingungen (ist ja höllisch scharf, das Chili, das ich bekomme)Chilipulver für mich. Sodass ich das das ganze Jahr über verwenden kann.

Viele Grüße, Brigitte

Margit hat gesagt…

@ Heidi: Die Schärfe soll vor allem in den sog. Scheidewänden stecken, dort, wo ja auch die Kerne sind.
In der Praxis kann ich sagen, dass auch nach Entfernen von Kernen und Scheidewänden noch bei den meisten scharfen Sorten genug Schärfe übrigbleibt;)
Und ja, verschiedene Sorten sind sehr unterschiedlich in ihrem Schärfegrad, das haben Selbsttests gezeigt;) Es gibt sogar das Phänomen, dass Schoten von ein- und derselben Pflanze unterschiedlich scharf sind. Mag ev. mit den Bedingungen zusammenhängen, unter denen die einzelnen Schoten gereift sind, das ist aber reine Mutmaßung. Jedenfalls kann man hier beim Reinbeissen ganz schön Pech (oder Glück) haben, wie man's nimmt!
Aber nicht nur die Schärfe ist es, was Chilis interessant macht. Auch der Geschmack.

@ Silke: Ich mochte auch scharfes Essen nicht sonderlich gerne. Aber die bunte Vielfalt und Schönheit der Chilis hat mich zu deren Anbau verführt... Und dann zum vermehrten scharfen Essen... Und jetzt mag ich scharfes Essen richtig gern!

Liebe Grüße, Margit

Lis hat gesagt…

Leider habe ich keine Chilis im Garten, ich hätte gar nicht gewußt was man alles damit machen kann. Aber jetzt weiß ich es ja! :-)

Eles Kleine Wunderwelt hat gesagt…

Echt "heiße" Fotos biestest du uns da an, Margit! Vielen Dank für das Einmach-Rezept und die tollen Bilder aus deinem Garten!
LG Gabriele

Birgit hat gesagt…

Danke für das Einlege-Rezept. Genau so eines habe ich gesucht, da ich an meinen Kübel-Chillis enorm viel Früchte hatte dieses Jahr und nicht unbedingt alle trocken will.
LG Birgit

Elke / Miyelo hat gesagt…

Tolle Bilder und "heiße" Rezepte. Aber das ist neben der Arbeit am Gemüsebeet auch noch so eine zeitintensive Sache: das Weiterverarbeiten! Wobei - Zeit hätte ich ja nun. Mal sehn, ob ich mich nächstes Jahr an Gemüse traue.
Herzliche Grüße
Elke

Wurzerl hat gesagt…

Chili, da könnte man ja mal einen neben die Tomaten setzen, der schwarze und der dicke gelbe Bursche (oder sind es Mädel, grübel?) gefallen mir besonders gut. Also, ich komme hier immer mehr ins Grübeln meine Liebe, wer weiß, wer weiß????
Danke Dir für die vielen schönen und nützlichen Anregungen. Lieber Gruß vom
Wurzerl

Susanna hat gesagt…

So wie es im Moment aussieht wirst du mit deiner Methode noch einige Zauderer zum Gemüseanbau bekehren.
Du machst das wirklich geschickt.

Daniela hat gesagt…

Deine Chilis sehen toll aus. Ich habe zwar bis auf einen Zierpaprika keine Chilipflanzen, aber ein Arbeitskollege nimmt mir jedes Jahr Paprika und einige Chilischoten aus seinem Garten in Jugoslawien mit. Die sind vom Geschmack her wirklich toll, nicht mit dem zu vergleichen, was man im Supermarkt bekommt. Allerdings sind diese Chilis wirklich höllisch scharf!!! Vielleicht werde ich heuer einmal dein Einkochrezept damit ausprobieren.

Viele liebe Grüße,
Daniela

Margrit hat gesagt…

Das ist die Strafe. Ich habe die Blogs eine Weile vernachlässigt und diesen schönen Post erst jetzt gesehen. Die Chilies sehen ja richtig lecker aus. Ich kaufe ja manchmal welche, wenn ich indisch koche. Ich glaube auch, dass sie hier nicht genug Sonne hätten. Sonst würde ich es glatt versuchen.
Schönes Wochenende und viele Grüße
Margrit

Anonym hat gesagt…

Hallo Margit!

Wenn ich das mit dem Öl einlegen vorher gewusste hätte, hätte ich das dieses Jahr sogemacht. Na vielleicht gehts ja noch.
Ich habe sie bisher immer getrocknet, allerdings weis ich nicht, wie ich sie dann fein bekomme. Irgendwie bekomme ich sie nicht so wirklich trocken, sie sind immer eher lätschert. Vielelicht hat da jemand einen Tipp.

LG
Sabine

Margit hat gesagt…

@ Sabine (Schön, dass du auch mal wieder da bist!): Das Trocknen an der Luft, bei mir am sonnigen Südfenster, dauert Monate!
Es geht schneller im Backofen (bei ca. 60 Grad Chilis auf ein Blech legen, mittels Holzkochlöffel das Rohr einen Spalt offen halten. Dickwandige Chilis halbieren, dann geht's schneller.
Oder mittels Dörrgerät trocknen, das ist natürlich am praktischsten.
Eine andere einfache Möglichkeit hab ich bei einem Chili-Verrückten in der Nähe aufgeschnappt: Chilis auf den Heizkörper legen zum Trocknen (ich würd' ein Backpapier dazwischen legen), ab und zu wenden.
Wenn das Mörsern nicht klappt, besorg dir eine alte Kaffeemühle zum Chili-Mahlen, geht einfacher!
Liebe Grüße, Margit

bin im garten hat gesagt…

danke für die grosse vielfalt an ideen was man mit chilis alles machen kann. meine 6 stück haben zwar nicht für mehrere zubereitungsarten gereicht, aber es macht schon lust auf mehr...

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für alle Tipps. Muss man die Glas Becher vor dem Öl und Chilipaste kochen? Danke und . Florencia

Anonym hat gesagt…

TOLLER BLOG!!

Beetlejuice

Chili Samen Blog hat gesagt…

Ein sehr schön ausführlicher Beitrag. Deine Schreibweise gefällt mir. Ich züchte auch schon einige Jahre Chilis und trockne meine Chilis am liebsten im Backofen. Das kann ich allen nur empfehlen.

Das Trocknen als Chili-Ristra dauert mir zu lange. Meistens sind die Chilis schon verstaubt, bevor sie ganz durchgetrocknet sind.

Wie man die Chilis im Backofen trocknet habe ich auch in meinem Blog beschrieben. Jedoch verzichte ich mal auf einen Link, ist ja meistens nicht so gerne gesehen.

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg mti den Chilis!