Seit ich angefangen habe mit dem Tomatenanbau bin ich auf der Suche nach der Fleischtomate schlechthin: Sie sollte natürlich geschmacklich hervorragend, fleischig, aber nicht zu "suppig", sein, nicht zu stark gerippt, mit den Anbaubedingungen im Freiland zurecht kommen, üppig und ausdauernd tragen und möglichst widerstandsfähig gegen die Braunfäule sein. Eh klar, die eierlegende Wollmilchsau unter den Tomaten eben.
2008 baute ich mit Urbans Gigant wieder einmal eine neue Sorte an. Die Samen habe ich aus Gerhard Bohls Samenarchiv. Er beschreibt diese Sorte als "reichtragende, große, schwach gerippte Fleischtomate", die widerstandsfähig gegen die Braunfäule sein soll.
reichem Fruchtansatz, links hinten das gelbe Lämpchen
Anfangs enwickelte sich Urbans Gigant prächtig im Freiland. Die drei Versuchspflanzen waren kräftig und setzten reichlich Früchte an. Allerdings wurden sie Mitte September als einzige Sorte von der Braunfäule befallen. Alle anderen Tomatenstöcke rundherum waren entweder noch völlig gesund bzw. nur sehr leicht an einigen Blättern befallen. Urbans Gigant erwischte es jedoch böse: Innerhalb von einigen Tagen erst die Blätter, dann die Stängel und die Früchte. Sodass ich die Pflanzen schließlich entfernen musste, während alle anderen Sorten noch bis zum Frost weiter getragen haben.
"Reichtragend" kann ich also bestätigen, "schwach gerippt" auch, aber die Widerstandsfähigkeit gegen Braunfäule leider nicht.
Die Früchte, die ausgereift waren, haben mir auch nicht sonderlich geschmeckt: Die Schale war hart, die ganze Frucht war irgendwie hart und nicht besonders aromatisch.
Ein Jahr Anbau ist sicherlich zu wenig, um eine Sorte zu beurteilen, aber Urbans Gigant macht in diesem Jahr erst mal Pause bei mir.





