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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Namenlose Eleganz oder Wer bin ich?

Wie viele von euch überwintere ich mangels Wintergarten oder Gewächshaus einige nicht frostharte Pflanzen im Haus auf diversen Fensterbänken. Im kühlen Badezimmer stehen alljährlich in trauter Vielsamkeit einige Arten von Salbei und Geranien. Und nun ist es wieder passiert: Ich öffne die Badezimmertür und es surrt und brummt. Und am Fenster sitzt ein seltsames Insekt mit äußerst spannendem Aussehen.


Jedes Jahr, meist ab Ende Dezember, finden sich diese Insekten dort, wo ich Pflanzen überwintere. Da kommt mir doch der Verdacht, die könnten aus der Erde geschlüpft sein? Oder hat irgendein Tierchen seine Eier auf den Blättern abgelegt? Die Töpfe werden vor dem Übersiedeln ins Haus rundherm abgebürstet, die Pflanzen zurückgeschnitten, alles Unkraut aus dem Topf entfernt. Woher kommen die eleganten Schönheiten? Und was mache ich mit ihnen? Ich fürchte, eine Übersiedelung ins Freie werden sie nicht überleben?

Mir tun sie jedenfalls leid. Sie strahlen so eine Eleganz und Anmut aus - und ich habe keine Ahnung, wer sie sind. Vielleicht kann mir ja jemand von euch weiterhelfen?

Dienstag, 27. März 2012

Wochenend-Nachlese

Was war das für ein schönes Wochenende - Sonne, Wärme, blauer Himmel. Einfach Frühling!

Im Garten hat der erste Löwenzahn gestrahlt. Bald kann ich wieder viele Blätter davon für Salate und Blüten für "Löwenzahn-Honig" ernten.

Und die Marille macht Versprechungen auf Früchte.

Die protzige Kaiserkrone lässt sich noch ein bisschen Zeit mit ihrer Pracht.

Dafür erstrahlt der Zierpflaumenhimmel schon in zartem Rosa.

Sonntag war Bautag: Das Insektenhotel bekam ein paar Etagenwohnungen dazu und die Ohrenkneifer - Ohrenzwicker - Ohrenschlüpfer - Ohrenkriecher und was es nicht alles noch für Namen für diese Insekten gibt, bekamen zwei neue Häuser in den Zwetschkenbäumen.

Zwei andere Tierchen fühlten sich ebenfalls recht wohl am Sonntag und ließen sich von ihren Frühlingsgefühlen zu artübergreifenden Aktivitäten hinreißen.

Bin schon gespannt auf die Nachkommenschaft - wie die wohl aussehen wird;-)

Sonntag, 18. März 2012

Neues Leben, Totes & Gutes

Was ist das nur? - Beim morgendlichen Rundgang durch den Gemüsegarten habe ich am Vlies, mit dem ich unter dem Insektenhotel einige Aussaaten abgedeckt habe, solche kleinen kreisrunden Bröckchen entdeckt.

Ein Blick nach oben genügte: Hotelbetrieb! Die ersten "Kleinen" vom Vorjahr sind geschlüpft und waren auf ihrem ersten "Ausflug" - und an der Nachkommenschaft wird auch schon wieder fleißig gearbeitet.

Glücklicherweise gibt es schon einige Blüten im Garten, die nun fleißig besucht werden.

Neben vielen Krokussen, wie oben am Teichrand, zeigen sich schon viele Gänseblümchen, Schneeglöckchen, ein paar Veilchen, Forsythien oder auch Lungenkraut, das sich vor Jahren mal von ganz alleine hier angesiedelt hat.

Die erste Narzisse hat heute ihre Blüte geöffnet.

Der Winter-Duftschneeball (Viburnum farreri "Candidissimum"), sonst immer einer der ersten verlässlichen Pollenspender für das fliegende Insektenvolk, schwächelt in diesem Jahr. Viele Blüten sind erst vermatscht, jetzt trocken und braun und öffnen sich daher nicht. Anstatt der strahlend weißen Blütenpracht wie letztes Jahr um diese Zeit zeigt der Strauch sich heuer in Braun-Weiß.

Das liegt am milden Winter und dem späten Frost mit sehr tiefen Temperaturen, der uns zwei Wochen lang heimsuchte, nachdem schon alles mit dem Austreiben begonnen hatte.

Viele meiner Helleboren sehen jetzt leider so aus - die Blüten alle mitten im Erblühen erfroren.

Wirklich schlimm hat es aber die Rosen erwischt, die zum Teil schon lange frische Triebe hatten. Unzählige völlig schwarze Triebe, ganze Teile einfach erfroren, zwei Pflanzen überhaupt hinüber. Da blutet ein wenig das Herz beim Schneiden!

Deshalb lieber zu etwas Erfreulicherem:

Heute durfte der Paradeisernachwuchs zum ersten Mal eine Frischluftkur absolvieren. Im Gegensatz zu den Chilis, bei denen wohl schon viel veraltetes Saatgut dabei war, liegt die Keimrate bei den Tomaten recht hoch - das gibt wieder viele Geschenke an Nachbarn, Freunde und Bekannte!

Der Rucola hat vor zwei Tagen schon das Licht der Welt erblickt, ebenso die Großblättrige Gartenkresse. Die kleinen Salatpflänzchen in meinen selbst gebastelten Gartenhäuschen haben auch nächtliche Minusgrade gut überstanden und wachsen vor sich hin, der Schnittlauch streckt seine grünen Spitzen ans Licht - aber zu ernten ist da noch nichts. Deshalb sind wir heute kurz in die nahe gelegene Au und haben den ersten Bärlauch der Saison geerntet. Wie gut dieses frische Grün tut!

Richtig gut tat auch der Abschluss des heutigen Frühlingstages:

Die erste Grillerei des Jahres auf unserer Terrasse!

Sonntag, 15. Mai 2011

Ein Insektenhotel ist kein Selbstbedienungsrestaurant

Die Insektenherberge steht seit zwei Jahren im Gemüsegarten und wird eifrig genutzt. Jeden Tag führt einer meiner ersten Wege dorthin, immer gibt es irgendetwas zu beobachten. Doch, oh Schreck!

Die beiden frechen Spechte, die in unserer alten Pappel leben, glauben wohl, es sei als Selbstbedienungsrestaurant eigens für sie gebaut worden.

Die ewige Nahrungssuche in den alten Bäumen im Garten und in der Nachbarschaft, war ihnen sichtlich zu anstrengend geworden. So machten sie sich einfach über die Nachkommenschaft der Hummeln und Bienen in unserem Insektenhotel her.

Schnell musste Abhilfe geschaffen werden. So war das mit der Insektenherberge nicht gemeint.

An den Rahmen haben wir kleine Holzklötzchen montiert und Haken eingedreht.

In diese hängten wir ein Hasendrahtgitter, das über das gesamte Hotel reicht.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist der Anblick schon.

Aber wenigstens sind die künftigen Bestäuber jetzt vor Fressattacken der Spechte sicher.

Sonntag, 17. April 2011

Tierisch viel los

Kaum scheint die Sonne, ist tierisch was los in unserem Garten.
Heute hat sich dieser sonderbare Geselle gezeigt. Weiß jemand, um welches Insekt es sich dabei handelt?

Die Amseln im Garten werden immer mehr - und auch immer zutraulicher. Sie nutzen alle Wasserstellen für ausgiebige Bäder und ein Pärchen konnte ich gestern und heute beim Nestbau beobachten. Mein Schatz hat zwar mit Kamera und Stativ im Garten gelauert, aber von den gefiederten Häulsbauern gibt es leider trotzdem kein brauchbares Foto.

Die drei Laichballen im Teich wurden wider Erwarten noch nicht von den Molchen weggefuttert. Die anfänglichen schwarzen Pünktchen in den Ballen entwickeln langsam andere Formen. Die Spannung steigt!

Am eifrigsten wird im Insektenhotel gearbeitet. Hier brummt und summt es ununterbrochen. Viele Zimmer sind schon wieder belegt. Deshalb mussten wir die Anzahl der Zimmer in den letzten Wochen aufstocken. Die Manieren der meisten fliegenden Gäste lassen jedoch zu wünschen übrig, oft zeigen sie einem nur frech den blanken Hintern.

Selten bekommt man auch ein Köpfchen zu sehen. Mit Pollen wird im Eifer des Gefechts recht wild herumgekleckert.

Noch seltener gelingt eine Ganzkörperaufnahme eines Hotelgastes, bevor dieser eilig auf seinem Zimmer verschwindet.

Auch die ersten Taubenschwänzchen habe ich heute entdeckt. Bis mir von diesen flinken Fliegern ein Foto gelingt, wird es wohl noch länger dauern!

Mittwoch, 6. April 2011

Teich-TV

Besser als jede Fernsehsendung ist derzeit unser Teich-TV.
Zufällig wurde ich Zeugin, als sich gerade zwei Frösche gepaart haben. Die kennen da nix. Lassen einen zuschauen, als wär's die natürlichste Sache der Welt. Ist es ja auch.
Froschexpertin bin ich leider keine, aber es waren keine grünen, lauten Quaker, sondern braune Frösche. Also vermutlich Gras- oder Moorfrösche. Stundenlang haben sie sich vergnügt - oder auch nicht. Jedenfalls war die Froschdame sehr geduldig mit dem Herrn, der sich auf ihrem Rücken festgekrallt hatte. Foto ist mir leider keines gelückt.

Einige Tage später waren dann schon zwei Laichballen in unserem kleinen Teich.

Und am Wochenende gar schon drei. Hatten sich die immer wieder lieb oder wohnen hier mehrere Froschfrauen? Keine Ahnung.

Die Molche müssen den reich gedeckten Tisch förmlich gerochen haben. Denn kaum hatten die Frösche gelaicht, sind die ersten Molche aufgetaucht, deren Leibspeise bekanntlich Froschlaich ist. Gefährliche Gewässer zum Aufwachsen für Frösche.

Auch im letzten Jahr schon mussten die Frösche hart ums Überleben kämpfen. Wie viele letztendlich den gefräßigen Mäulern der Molche entwischt sind, weiß ich nicht. Aber einen tapferen kleinen Frosch konnte ich fotografieren, da war er ungefähr zwei Zentimeter groß. Er war aus dem Teich ins Zeitloch geflüchtet.

Bin schon neugierig auf die nächste Folge Teich-TV. Demnächst müssten sich die Molche paaren. Das Paarungsritual der Molche ist sehr interessant zu beobachten. Die Männchen wedeln immer wieder mit ihrem Schwanz. Angeblich befördern sie auf diese Weise Duftstoffe in Richtung der holden Weiblichkeit, um deren Aufmerksamkeit zu erregen. Jedenfalls witzig zu beobachten.

Samstag, 26. März 2011

Es insektet wieder

Der Frühling ist endlich so richtig spürbar. Täglich öffnen sich neue Blüten und erfreuen nicht nur uns, sondern auch die kleinen, nützlichen Helfer im Garten.

Alle Blüten werden fleißig besucht. Und wie immer nehme ich mir vor, diesen Herbst noch mehr frühe Blüher zu pflanzen, damit auch ja genug für alle da ist...

Das große Insektenhotel im Gemüsegarten wird nur so umschwirrt.
Möglichkeiten werden sondiert.

Und manche haben sich schon entschieden.

Nachsatz: Zum Bloggen hatte ich wenig Zeit, es gab viel zu tun! Neben den üblichen Frühjahrsarbeiten im Garten haben wir heute auch den ersten Teil unserer Hausfassade fertig gestrichen. Und jetzt spüre ich wieder einmal alle Muskeln.

Montag, 19. April 2010

Reger Hotelbetrieb

Einmal einchecken, einmal auschecken.

Ein paar Zimmer sind schon an Dauergäste vergeben.

In unserem letzen Sommer gebauten Insektenhotel herrscht bei sonnigem Wetter reger Hotelbetrieb.

Fertig ausgebaut ist es noch lange nicht. Doch beinahe täglich kommen neue Hoteltrakte hinzu. Wir sind ebenso fleißig wie unsere Gäste.

Hier müht sich ein häufiger Gast damit ab, die letzte Kammer ordentlich zu verschließen.

Es ist toll, den Hummeln dabei zuzusehen, wie sie Baumaterial vom Erdboden - sehr beliebt ist das Feuchtbeet - zum Hotel transportieren und dann alles schön verspachteln. Ich könnte stundenlang einfach nur beobachten.

Hier ist die obige Kammer schon fast fertig versiegelt.

Und wie das so ist beim Bauen, fällt auch jede Menge Bauschutt an.


Freitag, 16. Oktober 2009

Das Wort zum kalten Wochenende

Man suche angenehme Gesellschaft.

Erkunde das Gegenüber auf's Genaueste - Abchecken, heißt das heutzutage.

Wenn die vertrauensbildenden Phase einen guten Verlauf nimmt, suche man die kuschelige Wärme des Gegenübers ...

... und gehe auf Tuchfühlung.

Bei so viel Kälte gleite man nahtlos in die heiße, exzessive Phase über. (Anmerkung: Ich weiß jetzt, wo das Wort 'Schneckentempo' wirklich herkommt - die "heiße Phase" hat sich über den ganzen Nachmittag gezogen.) Da ja Wochenende ist, genieße man diese ausgiebig.

Und dann?

Jeder ziehe wieder seiner Wege.

Oder auch nicht.

Dienstag, 15. September 2009

Wespenspinne

Das Rätsel um den kunstvollen Kokon war schnell gelöst: Es ist ein Kokon der Wespenspinne, Argiope bruennichi, wie Frieda mir mitteilte.

Ihren Namen verdankt die Wespenspinne eindeutig der wespenartigen Zeichnung ihres Hinterleibs. Die Weibchen sind um die 2 ,5 cm groß, die Männchen angeblich nur 6 mm und wesentlich unauffälliger. Das erklärt, warum ich bisher nur weibliche Wespenspinnen bei uns gesichtet habe.

Seit einigen Jahren schon können wir diese wunderschönen Spinnentiere in unserem Garten beobachten, in diesem Jahr gibt es im Garten viele ihrer Art.

Am Foto unten wickelt eine Wespenspinne gerade ihre Beute ein, ehe sie sie tötet und anschließend aussaugt.

Im gestern gezeigten Kokon überwintert der Nachwuchs der Wespenspinnen. Die jungen Spinnen verlassen den Kokon im Frühling, sobald die Temperaturen für sie warm genug sind.

Also wird nächstes Jahr wieder so ein Jahr, in dem ich alles erst im späteren Frühling schneiden kann. Ich habe jedes mal sonst Angst, die Kokons von Spinnen oder den Nachwuchs der Gottesanbeterinnen auf dem Kompost zu "entsorgen" - und das will ich keinesfalls. Schließlich bin ich ganz eigennützig und will auch nächstes Jahr so fotogene Mitbewohner, die ich beobachten kann.