Donnerstag, 23. August 2007

Kleine Dinge, große Freuden

Ein Spaziergang durch den Garten ist sehr oft ein Weg, bei dem ich geistig Arbeiten notiere, die anstehen.
Immer aber ist so ein Gang durch den eigenen Garten auch ein Spazieren an vielen kleinen Freuden entlang, wie heute wieder.

Bei einem der vielen Stürme heuer brachen leider einige Zweige der frisch gepflanzten Stachelbeerhochstämmchen ab, sie wurden einfach von den Böen abgedreht. Ich war ein wenig traurig, steckte sie in ein Stückchen offener Erde und beachtete sie nicht weiter. Heute entdeckte ich plötzlich überall frische grüne Austriebe an den Stecklingen. Nun hab ich Dank Sturm einige Stachelbeerpflänzchen zum Verschenken.

An anderer Stelle freue ich mich jedesmal wenn ich vorbeigehe am Bilsenkraut, das sich hier weitab des Kräutergartens ausgesamt hat. Wie in den vorigen Jahren habe ich mich darauf verlassen, dass sich das Bilsenkraut auch heuer wieder im Kräutergarten selber aussamt. Das tat es nicht, schade. Würde ich dieses Jahr keines haben, dachte ich. Doch einige Wochen später entdeckte ich zwei Pflanzen des eigenwilligen Krautes unter der Föhre zwischen den Pflanzkübeln und darf nun dort jedesmal, wenn ich von der Terrasse komme, die wunderschöne Form der Blätter bewundern.

Vor dem Eingang zur Werkstatt muss ich immer schnell mal schauen, ob sich an der riesigen Physalis-Pflanze schon wieder eine reife Frucht zum Naschen findet. Ein Geschenk einer entfernten Verwandten, an die ich nun wieder öfter denke - immer beim Naschen.

Etwas weiter hinten, in der Nähe unserer "Luxus-Liegen", freue ich mich derzeit immer über diese Pflanz-Kombination. Sie ist aus der Not heraus entstanden, um eine große Lücke zu füllen. Und nun bereitet mir gerade dieser Anblick jeden Tag auf's Neue Freude. Schade nur, dass das Gras nicht winterhart ist, ich werde es wohl im Herbst ausgraben und versuchen, es in einem Topf drinnen zu überwintern.

Im Baumbeet steht seit drei Jahren schon eine Anemone japonica Hybride, die einfach nicht blühen wollte. Von anderen höre und lese ich immer, dass die Japonica Anemonen unkomplizierte Gewächse sind, zuverlässig blühen und sich schon nach kurzer Zeit übermäßig ausbreiten. Nicht so meine weiße Dame hier. Sie schob jedes Jahr spärlich Blätter, um zu sagen: Ich lebe. Aber mit Knospen war sie mehr als geizig. Heuer entdeckte ich dann erstmals Knospen und besuchte sie täglich, um nur ja das Aufblühen nicht zu verpassen. Diese Aufmerksamkeit scheint ihr zu gefallen. Sie setzt ständig neue Knospen an und erhellt das Baumbeet erstmals mit ihren strahlenden Blüten. Ganz wunderbar und eine große Freude - gut, dass der Garten mich Geduld gelehrt hat.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Du hast dich in Geduld geübt und wirst nun mit den weissen Blüten der Anemonen belohnt. Wie schön! Ich habe es schon dreimal versucht mit diesen weissen - für mich kapriziösen - Damen und es hat bis heute immer noch nicht geklappt, Dabei hatte ich mir noch vor zwei Jahren eine gefüllte gekauft und geglaubt: so jetzt! Ob ich es nochmals versuchen soll, sie sind einfach wunderschön diese weissen Blüten!
LG, Barbara

Miyelo hat gesagt…

Wozu um alles in der Welt brauchst du im Kräuterbeet Bilsenkraut? Meines Wissens ist das doch ziemlich giftig. Enthält das nicht Atropin oder sowas in der Richtung wie die Tollkirsche? Ich glaube, du bist doch eine verkappte Kräuterhexe *g*.
Herzliche Grüße
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

Ja ja, die weißen Herbstanemonen. Ich brauchte auch sehr viel Geduld mit ihnen. Und auch in unserem Garten sind einige eingegangen, obwohl damals die Beete noch viel freier waren. Inzwischen sind doch 4 Pflazen durchgekommen und werden nun von Jahr zu Jahr größer und schöner. Und wenn jetzt mal das eine oder andere Blatt stört, so darf ich es auch entfernen, ohne dass sie Schaden nimmt. Nur sie hatten wirklich lange Zeit Startschwierigkeiten.
Liebe Grüße Silke

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Margit, danke für den Namen der Anthemis, ich werde das sorgfältig prüfen, aber sie ist in der engeren Wahl ganz oben, aber wann Du den Rotwein trinken kommst, hast noch nicht gewußt?!
Ich wollte auch schreiben, daß Du froh sein sollst, wenn das Bilsenkraut aus dem Kräuterbeet ausgewandert ist, da würde ich so ein Giftwurzerl nicht mögen.
Die weiße Anemone ist nicht so einfach wie die rosafarbene, die auch mal schnell zur Plage werden kann. Aber mit einer schönen Laubschicht 1 - 2 Jahre winterfest eingepackt, könnte es gut gehen. Das Gras, ist das ein Lampenputzer! Der wird Dir auch nicht erfrieren, er wird an Nässe abfaulen,will sagen, wenn Deine Erde da nicht zu dicht und lehmig und fett ist, kannst es genauso mit einer Laubabdeckung über den Winter kriegen. Den Blattschopf zusammenbinden, daß kein Wasser ins Herz kommt. Auch da, sind 1 -2 Jahre überstanden, werden sie immer winterfester, wie die weißen Anemonen. Aber es ist wirklich eine schöne Ecke beim Gras und weiße Anemonen würde ich immer wieder probieren.
LG Wurzerl

Margit hat gesagt…

Aha, die weißen Anemonen scheinen tatsächlich anspruchsvoller zu sein als andersfarbene. Dann freut mich die Blüte ja umso mehr! Das Gras über den Winter einpacken, eine gute Idee, Wurzerl, das werde ich versuchen. (Ausgraben ist eh nicht so lustig.)
Was das Bilsenkraut und den Kräutergarten betrifft: Meine Küchenkräuter sind in den Gemüse- und den Staudenbeeten verteilt, dann hab ich noch ein Teekräuterbeet. Im sog. Kräutergarten, der gar kein richtiger mehr ist, habe ich sozusagen zur Anschauung in erster Linie viele alte Heil- und auch Hexenpflanzen angesiedelt. Überhaupt habe ich ein Faible für Giftpflanzen, da hat sich einiges angesammelt. Werde mal drüber berichten, ist ein nettes Winterthema.
Also sorgt euch nicht um mich: Das Bilsenkraut wird nur gern betrachtet!
Liebe Grüße, Margit

Henny hat gesagt…

Wenn du das Gras über den Winter bringen willst stopfs in einen Topf und überwinter es mit den Kübelpflanzen. Meine roten Gräser haben das gut durchgestanden und sind heuer noch viel schöner!!

beinahe hätt ichs vergessen wunderschöne Bilder zeigst du uns wieder!!!

HaBseligkeiten hat gesagt…

...da geht mir ja das Herz auf bei dem Anblick der Anemone, leider hab ich kein Glück mit Anemonen...oder ich muss etwas geduldiger sein.
Aus deinen Hexengarten möchte ich gerne mehr erfahren, knusper...knusper,..knäuchsen,
liebe Grüße Heidi

Birgit hat gesagt…

Sieht zauberhaft aus Deine weiße Anemone. Auch ich habe nur die "Nomalos", die sich in diesem Jahr ziemlich ausgebreitet haben und schon fast verblüht sind.
Dein Zufallsbeet finde ich auch unheimlich schön mit dem Sonnenhut. Manchmal sind es gerade diese schnell und aus Verlegenheit zusammen gesetzten Pflanzen, die am meisten Freude machen.
LG Birgit

Regina hat gesagt…

Auch ich habe eine weiße Anemone,es
ist Honorine Jobert.Sie hatte am Anfang schon gewisse Startschwierig-
keiten,jetzt wird sie langsam,umso
mehr erfreue ich mich an den Blüten.
Ich denke auch das es sich bei dem rotlaubigen Gras um ein Lampenputzer-
gras handelt.
Ein schönes Wochenende wünscht
Regina