Dienstag, 8. Mai 2012

Freiheit für die Paradeiser

Nun habe ich sie doch vor den Eisheiligen ausgepflanzt, meine Paradeiser. 

 
Tomatentöpfe an der Südwand

Zumindest diejenigen, die etwas geschützt in Töpfen an den Hauswänden entlang stehen und die Ampeltomaten in den Terrassenkisterln. Die andere Hälfte, die direkt ohne jeglichen Schutz in den Gemüsegarten gepflanzt wird, muss sich noch bis nach dem Wochenende gedulden. (Falls ich soviel Geduld aufbringe...)

Sweet Pea, eine neue Sorte in unserem Garten, im Terrassenkisterl

Die Eisheiligen werden bei uns laut Wetterbericht nicht so dramatisch kalt, anscheinend sind etwas kühlere Nächte aber nach den Eisheiligen zu erwarten. Und so lange kann ich mit dem Auspflanzen nicht warten. Es ist schon mühsam, die vielen kleinen Töpfchen täglich zu gießen.

Somit sind ca. die Hälfte der Tomaten seit heute ausgepflanzt und pro Topf mit je einer Chili- bzw. Paprikapflanze unterpflanzt. In einige Töpfe habe ich zusätzlich auch noch Basilikum gesät, morgen kommen in die andere Hälfte der Tomatentöpfe noch Spargelerbsen als Unterpflanzung. Die säe ich dieses Mal direkt in die Töpfe, das Vorziehen wollte ich mir ersparen.

Die Blüten dieser Chili werden sich in zwei, drei Tagen öffnen

Über das Ausplfanzen der Paradeiser habe ich aufgrund häufiger Nachfragen schon einmal einen Beitrag mit Tipps geschrieben. Nachzulesen hier: "Der Geschmack der Freiheit: Tomaten auspflanzen".

Bald sieht es in den Terrassenkisterln hoffentlich wieder so aus! Ich freu mich schon!

Sorte "Minibel"

Freitag, 4. Mai 2012

Löwenzahn-Gelee

Schon in Kindertagen habe ich ihn geliebt, den sog. "Löwenzahn-Honig". Folglich koche ich alljährlich im Frühling ein oder zwei Portionen des köstllichen Blütengelees ein.

Weit muss ich für die Ernte der Grundzutat, nämlich Löwenzahnblüten, nicht gehen: einfach nur ein paar Schritte auf unseren Rasen. Der ist nämlich alles andere als ein klassischer Rasen, er gleicht mehr einer Wiese und bietet somit auch Wildkräuterkulinarisch so einiges: Gundermann, Wegeriche, Rot- und Weißklee, Gänseblümchen, Veilchen, Scharbockskraut, Schafgarbe etc. - und eben auch massenhaft Löwenzahn. Ich finde das praktisch und liebe diese Vielfalt.

Wer das Aroma der sonnigen Löwenzahnblüten ebenso gerne wie ich in Gläser bannt, kann sich an diesem wirklich einfachen Rezept versuchen:


Löwenzahn-Gelee

1 l Löwenzahnblüten pflücken und ganz fest in einen Messbecher stopfen.
Diese dann auf einem Tuch ca. eine halbe Stunde ausgebreitet liegen lassen, in dieser Zeit verziehen sich eventuelle Blütenbewohner und suchen das Weite.
Anschließend die Löwenzahnblüten in einen Topf geben und mit 1 l kochendem Wasser übergießen.
Nun brauchen die Blüten 24 Stunden Pause, um ihren Geschmack abzugeben.
Nach dieser Ruhezeit das Ganze durch ein Tuch gießen, dabei die Blütenmasse so richtig gut ausdrücken.
Die verbliebene Flüssigkeit abmessen und wieder auf 1 l Gesamtmenge mit Wasser auffüllen.
In einem Topf 1 kg Zucker und den Saft einer Zitrone zugeben.
Dann ist Geduld angesagt, denn der Saft muss lange, lange nicht zugedeckt vor sich hin köcheln. Das macht aber gar nichts, denn zwischendurch muss man nicht umrühren und kann sogar mal ausschalten und später weiterköcheln lassen.
Mittels Gelierprobe immer wieder die Konsistenz prüfen. Wenn die Masse honigartige Konsistenz aufweist, in saubere Gläschen abfüllen und gut verschließen.

Tipp:
Eine besondere Gaumenfreude ist es, wenn ein Teil der Löwenzahnblüten durch die die frischen, zarten Austriebe von Fichten oder Tannen ersetzt wird. Dann kommt zum sonnigen Geschmack des Löwenzahns ein erdig-waldiges Aroma dazu.

Dienstag, 24. April 2012

Garten-Newsticker (4)

Zeit, den Ticker wieder zu aktivieren!
Denn für ausführliche Themenposts mangelt es mir an Ruhe und Zeit. Der Grund: Heizungsumbau mit viel Eigenleistung. Nahtloser Übergang vom Planungsstadium in die To-Do-Phase, die bis ca. Ende Mai andauern wird.

Gemüsegarten:
Vieles ist schon längere Zeit gesät: Diverseste Salate, Kresse, Erdnussrucola, Gelbe Mondseer Melde, Petersilie, Karotten (die wollen nicht keimen), Haferwurzeln (Erstversuch!), Hirschhornwegerich, Koriander, Schabzigerklee, Schwarzkümmel, Radieschen und Radis und zur Sicherheit auch noch Rattenschwanzrettich, Kohlrabi gepflanzt, die Erbsen sind ca. 4 cm hoch. Speisechrysanthemen, Rote Melde, viele Salatsorten und Baumspinat haben sich wie immer selber ausgesät, das ist praktisch! Ich muss sie nur noch dort hin pflanzen, wo ich sie haben möchte.
Die Behübschung und Bodenpflege übernehmen wie immer Tagetes  und Ringelblumen, die sich seit Jahren von alleine aussäen. 

 Bunter Frühlingssalat aus dem Garten

Vorziehen von Gemüse:
Mit den vorgezogenen Paradeisern bin ich sehr zufrieden, sie entwickeln sich gut!
Weniger glücklich bin ich mit den Paprikas und Chilis, die haben nur schlecht, spät oder gar nicht gekeimt. Das lag wohl an den alten Samen, die ich aufbrauchen wollte. Die Pflanzen sind noch recht mickrig und auf manche Sorten muss ich leider verzichten. Glücklicherweise helfen andere Chili-Verrückte mit Pflänzchen aus.
Zickig auch Melothria, die wollen bisher einfach nicht keimen.
Völlig tot haben sich die Samen der Okra und der Auberginensorte "Striped Toga" gestellt. Leider. Auf letztere hatte ich mich schon sehr gefreut.
Gurken, Kürbisse und Zucchinis keimen gerade und schieben die ersten Blätter aus den Anzuchttöpfchen. 
Der tägliche Marathon (in der Früh kommen alle zur Sommerfrische auf die Terrasse, abends wieder rein) dauert immer länger - aber nur mehr ein paar Wochen, dann wird ausgepflanzt!
Ansonsten habe ich noch zwei Sorten Mangold, Parakresse, Malabarspinat und Ananaskirsche vorgezogen, Hörnchenkürbis kam heute in die Erde. 
Traurig bin ich darüber, dass ich die Samen des Eiskrauts (Mesembryanthemum crystallinum) nicht mehr finde - kein "Eisperlensalat" in diesem Jahr, sehr schade!

Sonstiges Blüh- und Grünzeug:
Tulpenzeit
Leider sind die Hyazinthen schon verblüht, ich lag täglich zum Schnuppern auf den Knien;-)
Die Hostas sind gerade am Entfalten ihrer Blätter und die Farne schieben ihre noch zusammengerollten Wedel aus der Erde. Wunderschön! Täglich ändert sich das Bild im "Wald".
Bei den Rosen stellt sich leider jetzt endgültig heraus, wie sehr sie durch den sehr späten Dauerfrosteinbruch gelitten haben. Ich muss noch einmal schneiden, denn viele der dunkleren Triebe sind ganz schwarz geworden und abgestorben, ich hatte noch Hoffnung gehegt auf ein kleines Wunder. Aber sogar die "Harten" unter den Rosenzarten haben wirklich sehr gelitten und mussten zum Teil mindestens halbiert werden.

Tierisches:
Im Teich sind noch immer zwei große Laichballen der Springfrösche. Und gezählte 12 Molche warten schon gierig auf die kleinen Kaulquappen. Im letzten Jahr haben die Molche die angehende Froschbevölkerung fast gegen null dezimiert.
Das Insektenhotel wurde etwas ausgebaut und sehr fleißig frequentiert.
Meine Lieblinge, die Weinbergschnecken, sind schon wieder ganz eifrig mit der Fortpflanzung beschäftigt. 

Wetter:
Nach einer wechselhaften Phase soll es richtig heiß werden am kommenden Wochenende - bis zu 30 Grad! Ich kann's kaum glauben. Da wird mich sicher wieder die Versuchung überkommen, die frostgefährdeten Pflänzchen vor den Eisheiligen auszupflanzen - aber ich werde widerstehen.

Befinden:
Kribbelig, unruhig, ungeduldig. (Wenn doch schon der Umbau fertig wäre.)

Dienstag, 27. März 2012

Wochenend-Nachlese

Was war das für ein schönes Wochenende - Sonne, Wärme, blauer Himmel. Einfach Frühling!

Im Garten hat der erste Löwenzahn gestrahlt. Bald kann ich wieder viele Blätter davon für Salate und Blüten für "Löwenzahn-Honig" ernten.

Und die Marille macht Versprechungen auf Früchte.

Die protzige Kaiserkrone lässt sich noch ein bisschen Zeit mit ihrer Pracht.

Dafür erstrahlt der Zierpflaumenhimmel schon in zartem Rosa.

Sonntag war Bautag: Das Insektenhotel bekam ein paar Etagenwohnungen dazu und die Ohrenkneifer - Ohrenzwicker - Ohrenschlüpfer - Ohrenkriecher und was es nicht alles noch für Namen für diese Insekten gibt, bekamen zwei neue Häuser in den Zwetschkenbäumen.

Zwei andere Tierchen fühlten sich ebenfalls recht wohl am Sonntag und ließen sich von ihren Frühlingsgefühlen zu artübergreifenden Aktivitäten hinreißen.

Bin schon gespannt auf die Nachkommenschaft - wie die wohl aussehen wird;-)

Sonntag, 18. März 2012

Neues Leben, Totes & Gutes

Was ist das nur? - Beim morgendlichen Rundgang durch den Gemüsegarten habe ich am Vlies, mit dem ich unter dem Insektenhotel einige Aussaaten abgedeckt habe, solche kleinen kreisrunden Bröckchen entdeckt.

Ein Blick nach oben genügte: Hotelbetrieb! Die ersten "Kleinen" vom Vorjahr sind geschlüpft und waren auf ihrem ersten "Ausflug" - und an der Nachkommenschaft wird auch schon wieder fleißig gearbeitet.

Glücklicherweise gibt es schon einige Blüten im Garten, die nun fleißig besucht werden.

Neben vielen Krokussen, wie oben am Teichrand, zeigen sich schon viele Gänseblümchen, Schneeglöckchen, ein paar Veilchen, Forsythien oder auch Lungenkraut, das sich vor Jahren mal von ganz alleine hier angesiedelt hat.

Die erste Narzisse hat heute ihre Blüte geöffnet.

Der Winter-Duftschneeball (Viburnum farreri "Candidissimum"), sonst immer einer der ersten verlässlichen Pollenspender für das fliegende Insektenvolk, schwächelt in diesem Jahr. Viele Blüten sind erst vermatscht, jetzt trocken und braun und öffnen sich daher nicht. Anstatt der strahlend weißen Blütenpracht wie letztes Jahr um diese Zeit zeigt der Strauch sich heuer in Braun-Weiß.

Das liegt am milden Winter und dem späten Frost mit sehr tiefen Temperaturen, der uns zwei Wochen lang heimsuchte, nachdem schon alles mit dem Austreiben begonnen hatte.

Viele meiner Helleboren sehen jetzt leider so aus - die Blüten alle mitten im Erblühen erfroren.

Wirklich schlimm hat es aber die Rosen erwischt, die zum Teil schon lange frische Triebe hatten. Unzählige völlig schwarze Triebe, ganze Teile einfach erfroren, zwei Pflanzen überhaupt hinüber. Da blutet ein wenig das Herz beim Schneiden!

Deshalb lieber zu etwas Erfreulicherem:

Heute durfte der Paradeisernachwuchs zum ersten Mal eine Frischluftkur absolvieren. Im Gegensatz zu den Chilis, bei denen wohl schon viel veraltetes Saatgut dabei war, liegt die Keimrate bei den Tomaten recht hoch - das gibt wieder viele Geschenke an Nachbarn, Freunde und Bekannte!

Der Rucola hat vor zwei Tagen schon das Licht der Welt erblickt, ebenso die Großblättrige Gartenkresse. Die kleinen Salatpflänzchen in meinen selbst gebastelten Gartenhäuschen haben auch nächtliche Minusgrade gut überstanden und wachsen vor sich hin, der Schnittlauch streckt seine grünen Spitzen ans Licht - aber zu ernten ist da noch nichts. Deshalb sind wir heute kurz in die nahe gelegene Au und haben den ersten Bärlauch der Saison geerntet. Wie gut dieses frische Grün tut!

Richtig gut tat auch der Abschluss des heutigen Frühlingstages:

Die erste Grillerei des Jahres auf unserer Terrasse!

Sonntag, 26. Februar 2012

Tomatenplanung 2012

Spät bin ich dieses Jahr dran mit der Planung der Tomatensorten! Von Jahr zu Jahr sammeln sich mehr interessante Sorten an und die Entscheidung fällt mir immer schwerer. Ich versuche wie immer eine Mischung meiner Lieblinge und einiger neuer Sorten unterzubringen. Leider ist der Platz endlich.

Paradeisersorten für 2012


In die Balkonkistern auf der Terrasse und in Ampeln
kommen folgende kleinwüchsigen Sorten:
Green Sausage
Himbeerrose
Johannisbeertomate gelb
Minibel
Pendulina
Rosa Ampeltomate
Sweet Pea
Tumbling Tom Red
Yellow Canary

Neu davon nur die Sweet Pea (Danke, Anja!), auf die ich schon sehr gespannt bin!

Goldita

Der Gemüsegarten und sämtliche Töpfe rund um's Haus
werden mit folgenden Sorten bestückt:


Ganz neu für mich:
Anna Russian (Danke, Anja!)
Blondköpfchen (Danke, Anja!)
Chocolate Stripes (Danke, Henry!)
Cream Sausage (Danke, Anja!)
De Berao Black
Evergreen (Danke, Henry!)
Gary Ibsen's Gold (Danke, Henry!)Pink Brandywine (Danke, Daniela!)
Königin von Sainte Marthe (Danke, Barbara!)
Schon einmal oder mehrmals angebaut und heuer wieder:
Berner Rosen
Black Cherry
Die kleinen Mohren
Dunkelviolette Indische Fleischtomate
German Gold
Goldita 
Green Zebra
Isis Candy
Lämpchen
Mallorquinische Hängetomate
Moskovskij Delikates
Moneymaker
Ranktomate von Carnica
Roma
San Marzano
Schlesische HimbeereStriped Roman
Striped Turkish
Tangella
Teardrops
Noire de Russe
Valencia
Vogts Bulgarische Fleischtomate
Zahnradtomate
Zieglers Fleisch


Am 23. Februar habe ich die Ampeltomaten alle ausgesät. Heute ist die erste davon, eine Sweet Pea, gekeimt. Das ging flott!

Normalerweise warte ich mit den "großen" Tomatensorten bis März und säe dann im Lauf der ersten Märzhälfte alle Sorten aus (siehe Tomatenaussaat - einige Tipps). Heute jedoch konnte ich mich angesichts des Aprilwetters - Sturm, Graupelschauer, Nieselregen und dann wieder ein wenig Sonne - nicht mehr zurückhalten und habe ca. die Hälfte der übrigen Sorten angebaut. Irgendeine Freude muss frau sich doch an so einem Tag gönnen.

Habt ihr schon die Tomatensamen in die Erde gebracht?
Und für welche Sorten habt ihr euch entschieden?

Donnerstag, 2. Februar 2012

Wo die Wurzen wohnen - Teil VI

Wurzenslums

In den vorangegangenen Posts "Wo die Wurzen wohnen" (Teil I - V) habe ich recht noble Wurzensiedlungen gezeigt. Aber nicht alle Wurzen haben das Glück, eine der luxuriösen Villen zu ergattern, sich ein individuelles Häuschen oder eine Wohnung in einer schmucken Siedlung leisten zu können. Manche ereilt ein schweres Schicksal und sie landen in einem Slum.

Zusammengezimmerte Behausungen aus dem Müll anderer.

Geduckt am Rand zwischen Weg und abgrenzender Bepflanzung.

Einzig die überhängende Rose bietet manchmal mit ihrem Duft Abwechslung im tristen Alltag.

Ein Stückchen weiter, auf der gegenüberliegenden Seite des Wegs, hat sich auch ein Stadtviertel aus dem entwickelt, was andere wegwerfen.

Ausrangierte Metalltöpfe, zersprungene Tontöpfe, Scherben, Holzreste.

Später im Jahr, wenn alles schon gewachsen ist und in Blüte steht, fällt dieses Viertel gar nicht mehr so ins Auge.

Auch neben anderen vielbegangenen Wegen finden sich Wurzenslums, wie hier der riesige, zersprungene Tontopf am Fuße des Sommerflieders, ein Opfer der Kälte.

Aus dem, was andere achtlos wegwerfen, schaffen sich weniger begüterte Wurzen mit viel Geschick und Kreativität ein halbwegs gemütliches Heim, so gut es eben geht.

Die Bewohnerschaft ist so bunt und vielfältig wie in der Multi-Kulti-Siedlung, nur eben nicht so begütert.

Wobei auch diese Lage nicht ganz aussichtslos ist: Manche Kinder schaffen den Sprung aus den Slums heraus und können ein vielbeachtetes Leben als Vorreiter bei der Besiedlung neuer Lebensräume führen. Doch das erfordert viel Mut und zähe Ausdauer.


Hier geht's zu den bisherigen Berichten:
Wo die Wurzen wohnen - Teil I: Sanddornsiedlung

Wo die Wurzen wohnen - Teil II: Multi-Kulti-Siedlung "Blühender Weg"
Wo die Wurzen wohnen - Teil III: Antikes Wurzenhochhaus

Wo die Wurzen wohnen - Teil IV: Exklusive Höhenlage
Wo die Wurzen wohnen - Teil V: Zaunstädtchen