Donnerstag, 8. April 2010

April - Blüten, Farben, Duft!

Beim Gang durch den Garten begleitet mich zur Zeit der Duft der Hyazinthen. Wie ich diesen Duft liebe! Am liebsten würde ich ständig meine Nase in die süß duftenden Blütenstände stecken.

Der erste intensive "Dufter", der Winter-Duftschneeball, Viburnum farreri "Candidisimum", ist nach vielen Wochen der Blüte langsam am Abblühen.

Dafür haben sich die ersten Blüten unserer alten Blutpflaumen am hinteren Ende des Grundstücks pünktlich zum Osterwochenende geöffnet.

Unter den zarten Blütenwolken der drei Bäume werden die Sinne aktiviert: Ein wunderbarer zarter Duft durchzieht die Luft und wird begleitet vom eifrigen Gebrumme unzähliger Insekten, die sich genauso über die Blüten freuen.

Einen Duft, den nur Wenige wirklich mögen, verströmen diese Gewächse:

Die prachtvollen Kaiserkronen, Frittilaria imperialis, haben vor zwei Tagen ihre Blüten geöffnet. Ich mag diese herrschaftlichen Pflanzen schon seit meiner Kindheit sehr gerne.

Ebenfalls seit Kindestagen eine meiner Lieblingspflanzen: die Schlüsselblume.

Sie wächst in Massen am Bach hinter dem elterlichen Grundstück und ich verbinde viele Erinnerungen mit ihr. So habe ich einige Schlüsselblumen vor Jahren in unserem Feuchtbeet angesiedelt, wo sie mir seitdem im Frühling viel Freude und ein wenig heimatliche Gefühle bescheren.

Noch wenige Blüten findet man hier, im linken hinteren Gartenteil, dem sog. Wald, der vor zwei Jahren noch ganz anders aussah und den wir im vorigen Frühjahr umgestaltet haben. Jetzt Anfang April geht hier noch alles sehr zivilisiert zu.

Wie es hier, rund um einen meiner Lieblingsplätze, im Juni aussieht, habe ich im Vorjahr gezeigt.

Derzeit blühen hier einige Narzissen und Tulpen sowie ein paar Christrosen, die vor längerer Zeit aus der Schweiz per Post angereist waren. Alle Pflänzchen zeigen unterschiedliche Blüten - wunderschöne zarte Muster oder auch kräftiges Dunkelrosa.

Der Seidelbastwinzling, im Vorjahr bei der Umgestaltung im "Wald" gepflanzt, zeigt erstmals einige Blüten.

Kräftigere Farben und mehr Blüten finden sich in anderen Bereichen des Gartens. Im "Roten Beet" haben knallige rote Tulpen den Frühling eingeläutet. Nun sind sie schon am Abblühen.

Auch im Vorgarten dominieren kräftige Farbtupfer.

Und Farbkombinationen, die ich nur im Frühjahr mag.

Auch rund um den Teich und den Bachlauf blühen jetzt Tulpen - und meine geliebten Kugelprimeln, die sich auch schon versamt haben.

Wo Steine und Holz in den Bach und Teich ragen, hat sich im Lauf der zwei Jahre schon Moos angesiedelt und zeigt derzeit seine zauberhaften Blüten.

Das "Zeitloch", vor zwei Jahren gebaut (hier nachzulesen, einige können sich bestimmt noch an "das Projekt" erinnern), wird langsam von den Pflanzen rundherum eingenommen und verliert - wie gewünscht - sein anfangs recht dominantes Erscheinungsbild.

Auch in diesem Jahr schon haben wir einige schöne Nachtstunden damit verbracht, um das Feuer in der neuen Feuerschale, einem Weihnachtsgeschenk, zu sitzen, lange Gespräche zu führen, dem Mond und den Fledermäusen zuzusehen und ganz in Ruhe den eigenen Gedanken nachzuhängen.

Dass es so lange keine Berichte aus dem Garten gab, hängt damit zusammen, dass ich eineinhalb Wochen mit einer Erkältung kämpfte und die Zeit dazwischen mit notwendigen Gartenarbeiten verbracht habe. Denn im Frühling gibt es viel zu tun - vor allem auch im Gemüsegarten. Den zeige ich bald im nächsten Post.

Freitag, 19. März 2010

Eiskraut (Mesembryanthemum crystallinum bzw. cordifolia)

Meine Neugier auf essbare Pflanzen bringt mich immer wieder dazu, Neues auszuprobieren.

In einem Schaugarten sah ich vor zwei Jahren Eiskraut, Mesembryanthemum crystallinum, das neben den Salatpflanzen wuchs. Die nette Dame dort schwärmte von diesem Mittagsblumengewächs. Das Eiskraut sei nicht nur äußerst dekorativ, sondern auch eine köstliche Salatbeigabe. Manchmal wird das Eiskraut unter dem Namen "Eisperlensalat" geführt. Auf dem Bild sieht man den Grund dafür: Die Pflanze ist von kleinen Perlen überzogen, die aussehen wie gefrorene Tropfen.

Mesembryanthemum crystallinum

Ich besorgte mir Samen und stellte dabei fest, dass es auch ein ausdauerndes Eiskraut, Aptenia cordifolia bzw. Mesembryanthemum cordifolia, gibt. Dieses habe ich gleich mit bestellt.

Es fand sein Zuhause in einem kleinen Topf, Mittagsblumen sind ja genüngsam, in der vollen Sonne. Bald schon bildete es lange Ranken aus.

Aptenia cordifolia, auch Mesembryanthemum cordifolia

Die kleinen Blätter dieser sukkulenten Pflanze schmecken knackig, etwas salzig, pfeffrig und haben sich als tolle Bereicherung in Salaten herausgestellt.

Das ausdauernde Eiskraut ist äußerst genügsam. Es beschert nicht nur laufend essbare Blätter, sondern blüht auch sehr dekorativ.

Ich überwintere es auf der Fensterbank in der Küche. Ab und zu kann man auch im Winter einige Blätter abknipsen und unter den Salat mischen.

Angeblich lassen sich aus dem Eiskraut sehr leicht Stecklinge ziehen, ich habe das jedoch selber noch nicht versucht. Da das Überwintern wirklich problemlos ist und ich im kommenden Winter gerne ein paar solcher Vitaminlieferanten auf der Fensterbank hätte, werde ich heuer einige Stecklinge machen.

Dieses Jahr habe ich auch Mesembryanthemum crystallinum angebaut, um es als Salat und Spinatpflanze zu nutzen. Der "Eisperlensalat" soll genau so anspruchslos sein wie seine ausdauernde Verwandte. Die Kleinen spitzen gerade aus der Erde. Ich bin schon sehr gespannt.

Mittwoch, 10. März 2010

Tomatensorte: Himbeerrose

Die Himbeerrose hat ihren wunderschönen Namen von der Farbe der Früchte: Diese sind beinahe rund und in einem Himbeerrot mit einem schwer zu beschreibenden Schimmer.

Die Himbeerrose weist einen überhängenden Wuchs mit langen Trieben auf und wird daher als Ampeltomate in Blumenampeln oder Balkonkästen gezogen.

Ausgeizen soll man sie nicht. Ich entferne aber vor allem gegen Ende der Saison oft einiges an Blattwerk, damit die noch unreifen Früchte mehr Sonne bekommen und das dichte Triebgewirr gut abtrocknen kann.

Die Samen dieser Sorte habe ich vor Jahren in einem Gartenforum ertauscht und baue sie seither alljährlich an. Meine Begeisterung für die Himbeerrose rührt von verschiedenen Eigenschaften dieser Sorte her:

- Sie schmeckt gut. Die Früchte sind sehr saftig, das Fruchtfleisch weich. Die Schale platzt beim Ernten gern mal auf, das scheint mir der einzige Nachteil der kleinen Früchte. Jedoch kann man die reifen Früchte lange Zeit hinweg an der Pflanze belassen, wenn man einmal zu viele reife auf einmal hat.

- Sie reift früh. Schon im Juni kann man die ersten Himbeerrosen ernten. Unter meinen Sorten gehört sie seit Jahren zu den "Frühreifen".

- Sie bleibt gesund bis zum Frost. Trotz des frühen Reifetermins trägt die Himbeerrose unermüdlich bis zum bitter kalten Ende.

- Sie trägt unglaublich viel! Die Himbeerrose ist recht genügsam, kommt mit wenig Platz aus und gehört dennoch zu den absoluten Massenträgern unter meinen Sorten.

- Sie macht kaum Arbeit. Durch das Entfallen des Aufbindens und Ausgeizens macht diese Sorte außer dem Anbau und dem Gießen kaum Arbeit.

Und bei all dem ist sie auch noch äußerst dekorativ.

Montag, 8. März 2010

Ruck zuck-Gartenjahr

Wie die Zeit vergeht!
In der letzten Februarwoche taute er langsam weg, der hartnäckige Schnee.

Dann endlich
  • Tonnen von Laub vom Pseudo-Rasen entfernt
  • Unmengen Kiefernnadeln und Zapfen aus den Beeten und von der Wiese gerecht
  • zwischendurch Chilis nachgesät
  • vertrocknete Stauden in den Beeten abgeschnitten
  • den wahnsinnig gewordenen Holunder auf handliches Format geschnitten
  • das beinahe unverrottbare Laub unserer riesigen alten Pappel säckeweise von den Beeten im Gemüsegarten entfernt
  • zwischendurch Chilis nachgesät
  • die riesige Brombeere geschnitten
  • das eingestürzte Bachufer wieder aufgebaut
  • zwischendurch wieder Chilis nachgesät
  • die Stauden am und im Teich zurückgeschnitten
  • die Hostas in den Töpfen gedüngt
  • ein paar Beerensträucher geschnitten
  • noch mehr große Sträucher geschnitten
  • einen riesigen Haufen Häckselmaterial aufgetürmt
  • mich gefragt, was ich mit den vielen Chilis machen soll - letztendlich sind nämlich dann doch, wenn auch mit großer Verzögerung, wirklich alle gekeimt
  • noch einen Nistkasten aufgehängt
  • die ersten Tomaten ausgesät
  • nach blühenden Krokussen Ausschau gehalten, zwei gefunden
  • bei zurückgekehrter Eiseskälte und stürmischem Nordwind mit dicker brauner Wollhaube und blitzblauen Ohrenschützern (nein, es gibt kein Foto) unseren Häcksler angeworfen. Der Haufen war weg in Null komma nix, ich eingestaubt von oben bis unten.
Und dann war schon wieder Winter.

Mittwoch, 3. März 2010

Tomatenplanung 2010

Wie in jedem Jahr fällt es mir wieder extrem schwer, zwischen all den köstlichen und schönen Sorten, die sich mittlerweile in meiner Samenschublade angesammelt haben, zu wählen. Aber es hilft nicht einfach abzuwarten. Irgendwann ist die Entscheidung fällig. Jetzt nämlich, denn ab morgen will ich mit der Aussaat beginnen.

2010 werden folgende Tomatensorten bei mir angebaut:

Fleischtomaten:
Berner Rosen (Danke Barbara!)
Caspian Pink
Dunkelviolette Indische Fleischtomate
Greenwich
Mariannas Peace (Danke Stefan!)
Negra de la Puebla (Danke Daniela!)
Noire de Russe (Danke Daniela!)
Valencia
Vogts Bulgarische Fleischtomate
Zieglers Fleisch

Beefsteak

Stabtomaten
:
De Berao rot
Die kleinen Mohren
Early Yellow Stripe
Green Zebra
Moneymaker
Moskovskij Delikates
Ranktomate von Carnica
Roma
San Marzano
Striped Roman
Striped Turkish
Tangella
Tigerella
Zahnradtomate (vermutlich)

Ranktomate von Carnica als fixer Teil des alljährlichen Terrassendschungels

Cocktailtomaten:
Baselbieter Röteli (Danke Barbara!)
Black Cherry
Goldita
Sun Drop
Teardrops

Hängetomaten:
Ampeltomate rosa
Green Sausage
Himbeerrose
Johannisbeertomate gelb
Johannsibeertomate rot
Minibel
Tumbling Tom Red
Yellow Canary

Moskovskij Delikates, eine meiner Lieblingssorten

Ein paar Sorten baue ich zum ersten Mal an, einige sind inzwischen Lieblingssorten und gehören zum jährlichen Standard und ein paar werden zum zweiten Mal getestet, um etwas halbwegs Verlässliches über diese Sorte sagen zu können.

Wahrscheinlich eine Zahnradtomate

Von den meisten Sorten ziehe ich zwei Pflanzen, von ein paar wenigen Lieblingen drei, nur von den Platz sparenden Ampeltomaten wird es jeweils mehrere Pflanzen pro Sorte geben.

Viele Sorten befinden sich noch in meiner Schublade und müssen ein weiteres Jahr auf die Erprobung warten oder ein Jahr aussetzen. Die Lieblingssorten werden immer mehr, die neuen auch. Wo soll das noch hinführen...

Donnerstag, 18. Februar 2010

(Selbst)Aussaat von Salaten

So schaut es gegen Ende April immer auf unserem Hügelbeet aus:

Unzählige Salatpflänzchen haben sich selbst ausgesät und wachsen nun dort. Die Samen sind entweder mit dem Kompost auf das Hügelbeet gewandert oder haben einfach an Ort und Stelle überwintert und dann genau zur für sie richtigen Zeit gekeimt.

Forellenschluss (Selbstaussaat)

Die Aussaat von Salat ist - aus meiner Sicht - immer etwas mühsam. Man muss enorm früh anfangen, damit man, sobald die Witterung es zulässt, kräftige Pflanzen zum Auspflanzen hat. Die Temperatur bei der Anzucht sollte relativ niedrig sein, dennoch benötigen sie viel Licht. Die Pflänzchen sollten am besten einzeln in kleinen Anzuchttöpfchen stehen, um beim Auspflanzen die Wurzeln nicht zu beschädigen, dafür benötigt man wirklich viel Platz. Auch sinkt die Keimrate bei Salatsamen rasant, nur sehr frische Samen keimen wirklich gut.
Also insgesamt nicht ganz so prickelnd - für mich zumindest.

Daher beschränke ich mich auf das Nötigste. Alljährlich im Jänner beginne ich mit der Aussaat im Haus, um verlässlich ein paar Pflänzchen zur Verfügung zu haben, sobald es draußen los gehen kann. Zur Not kaufe ich ein paar wenige zu.
Alles weitere überlasse ich meist der Natur selber.

Roter Eichblattsalat (Selbstaussaat)

Von allen Salatsorten lasse ich jedes Jahr einige Exemplare aussamen. So tauchen meist das ganze Jahr über Salatpflanzen überall im Garten auf. Wo es passt, dürfen immer ein paar stehen bleiben, manche werden dort hin gepflanzt, wo grade wieder Platz frei ist. Die vielen, vielen überzähligen werden einfach ausgezupft und an Ort und Stelle als Mulch liegen gelassen.

Spargelsalat "Roter Stern" (Selbstaussaat)

Die Salatpflanzen, die von ganz alleine wachsen, sind immer die kräftigsten bei uns im Garten. Zugekaufte oder mühsam von mir ausgesäte werden nie so prächtig.

Amerikanischer Brauner (Selbstaussaat)

Manch einer mag die Methode unpraktisch finden, chaotisch. Für mich ist sie genau richtig: Man spart Arbeit, bekommt kräftige Pflanzen und so nebenbei noch Mulch. Nur eines darf man nicht: Aus "Mitleid" zu viele Salatpflänzchen stehen lassen, dann entwickelt sich der Gemüsegarten in einen Dschungel und die anderen Gemüsearten haben keine Chance mehr.

Montag, 15. Februar 2010

Tomatensorten: Marmande

Die Marmande ist eine sehr bekannte Fleischtomate, die wegen ihres ausgezeichneten Geschmacks hoch gelobt wird. Es gibt sie in verschiedenen Ausprägungen mit jeweils anderen Namenszusätzen. 2008 habe ich sie zum ersten Mal aus Samen von Bohls Samenarchiv gezogen.

Von der Form her ist die rote Marmande plattrund, schwach gerippt und recht fest. Die Früchte werden durchschnittlich 8 cm im Durchmesser und 5 cm hoch.

Die Pflanzen bleiben mit ca. 1,3 m niedrig und sollen laut Sortenbeschreibung viel und lang tragen.

Nun, viel getragen haben sie schon. Eine der beiden Pflanzen entpuppte sich jedoch leider als unbekannte Kreuzung, die andere war tatsächlich eine Marmande und trug auch gut. Aber sie zeigte sich anfälliger gegenüber der Braunfäule als die meisten meiner anderen Sorten, und das, obwohl sie halbwegs geschützt in einem Kübel an der südseitigen Hauswand stand.

Was den hochgelobten - "mild, süß-würzig und saftig" steht am Samensackerl - Geschmack betrifft, so kenne ich weit bessere Fleischtomaten wie etwa Valencia oder Caspian Pink.

In diesem Jahr werde ich neue Sorten ausprobieren, vielleicht versuche ich es mit der Marmande noch einmal in einem der kommenden Jahre.